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 Museum Abteiberg zeigt Rabinowitch und Heerich 
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Beitrag Museum Abteiberg zeigt Rabinowitch und Heerich
Im Museum Abteiberg bietet sich aktuell die Gelegenheit, zwei große Werkgruppen aus dem Bestand zu sehen, die zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine Auswahl von Skulpturen aus den Jahren 1962 bis 1983 von Royden Rabinowitch und ein Ensemble von 13 Kartonplastiken von Erwin Heerich, die 1980-81 entstanden sind.

Royden Rabinowitch (geboren 1943 in Toronto - lebt in Dublin und Gent) hatte schon 1985 eine Einzelausstellung im Museum Abteiberg - seine erste in einem deutschen Museum. Es war zugleich die letzte von Johannes Cladders initiierte Ausstellung, bevor sein Nachfolger Dierk Stemmler die Leitung des Museums übernahm. Seine Verbundenheit mit dem Museum Abteiberg hatte Rabinowitch 1985 durch die großzügige Schenkung eines umfangreichen Konvolutes seiner Werke zum Ausdruck gebracht. 15 Werke daraus sind nun erstmals wieder zu sehen.

Nach dem Ende der Sonderausstellung von Cesary Bodzanowsi eröffnete sich Mitte März eine völlig ungewohnte Sichtweise der Straßenebene vom Eingangsbereich bis zum Café - ganz ohne Stellwände zwischen den zahlreichen Rundpfeilern. Eine Herausforderung für eine temporäre Neueinrichtung dieses Bereiches und eine Chance, Werke von Royden Rabinowitch in neuem Licht wiederzuentdecken, nachdem einige von ihnen restauriert wurden.

Von den frühen "Barrel Constructions" - "Fass-Konstruktionen", die aus zerlegten Eichenfässern bestehen, deren Einzelteile Rabinowitch ohne jegliche Mittel der Befestigung in labiler Balance zu Skulpturen anordnete, bis zu der Werkgruppe der flachen, grauen Bodenobjekte "Manifolds", die trotz ihrer Beschaffenheit aus gesandstrahltem Stahl mit wunderbarer Leichtigkeit die Gesetze der Schwerkraft zu überwinden scheinen, reicht die Bandbreite der Exponate. Ein "Greased Cone", ein Fettkegel, der aus einem statischen stählernen Kern mit einer verletzlichen, manuell strukturierten Oberfläche aus reinem Fett und schwarzem Pigment besteht, ergänzt das Ensemble. Eines der frühesten und poetischsten Werke des Künstlers überhaupt: "A Casual World of Beauty and Order", das sich als zweite von insgesamt fünf Versionen dieses Themas auf die Bonzeplastik "Le Nez" von Alberto Giacometti bezieht, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu drei "Painting Versions" von Joseph Beuys. Der Katalog, der 1985 zu der Ausstellung erschien, ist noch in einer Restauflage vorhanden und kann für nur 3 EUR im Museum erworben werden.

Im Graphischen Kabinett ist eine Präsentation von 13 Kartonplastiken des Bildhauers und langjährigen Professors an der Kunstakademie Düsseldorf, Erwin Heerich, zu sehen (*1922 in Kassel - † 2004 in Meerbusch), der für Mönchengladbach nicht zuletzt den großen Brunnen auf dem Alten Markt entwarf.

Auch diese imponierende Werkgruppe der Kartonplastiken aus dem Sammlungsbestand des Museums legt Zeugnis ab von der Wertschätzung, die das Museum durch den Künstler erfahren durfte, denn das Ensemble war eine Schenkung Erwin Heerichs aus Anlass der Neueröffnung des Museums Abteiberg 1982.

Aus flachen Bögen von immer gleichem Karton mit gleichen Ausgangsmaßen (130 x 75 cm) entwickelt Heerich allein durch Schneiden und Falten plastische Formen, deren Ordnungssysteme bei aller Vielfalt der Möglichkeiten stets sichtbar bleiben. Nichts ist dem Zufall überlassen; selbst die Sockel, auf denen die Kartonplastiken stehen und die so angeordnet sind, dass die Plastiken von allen Seiten betrachtet werden können, wurden von Erwin Heerich gestaltet.

Wie auch das Werkkonvolut der Skulpturen von Royden Rabinowitch zeichnen sich die Plastiken von Erwin Heerich nach langjähriger Abwesenheit in der Sammlungspräsentation aus durch eine frische, lebendige Präsenz von großer Intensität.
Diese Präsentationen sind bis Ende Mai zu sehen.

Quelle: Stadt Mönchengladbach


27. Mär 2013, 15:50
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